Die geplante CO₂-Pipeline durch Duisburg sorgt weiterhin für kritische Diskussionen.
Im Mittelpunkt steht ein Großprojekt des Gasnetzbetreibers Open Grid Europe (OGE), das Teil des grenzüberschreitenden Delta Rhine Corridor ist. Ziel des Vorhabens ist es, bis 2033 Industriezentren im Ruhrgebiet mit der Nordseeküste zu verbinden, um dort abgeschiedenes CO₂ dauerhaft in ehemaligen Gasfeldern zu speichern (CCS-Technologie).
Duisburg nimmt dabei eine Schlüsselrolle als zentraler Knotenpunkt der Leitung ein. Die Pipeline soll von Gelsenkirchen und Köln über Venlo bis nach Rotterdam verlaufen.
Kritik gibt es insbesondere am ursprünglich geplanten Trassenverlauf durch den Duisburger Stadtwald und das Naturschutzgebiet Rheinaue Ehingen. Nach Angaben des Stadtförsters würde der Bau eine rund 28,5 Meter breite Schneise durch den Wald erfordern und die Rodung von etwa 17 Hektar Waldfläche nach sich ziehen. Betroffen wären auch zahlreiche alte Eichen, darunter Bäume mit einem Alter von bis zu 200 Jahren.
Für den umweltpolitischen Sprecher der CDU-Ratsfraktion Duisburg, Sevket Avci, steht deshalb fest: „Keine CO₂-Pipeline durch den Duisburger Stadtwald und durch Naturschutzgebiete!“
Angesichts des öffentlichen Widerstands prüft OGE inzwischen alternative Trassenführungen. Diskutiert werden unter anderem Routen über den Duisburger Hafen oder entlang der Autobahn A3. Diese Varianten gelten zwar als aufwendiger und kostenintensiver, würden jedoch die Eingriffe in Wald- und Naturschutzflächen deutlich reduzieren.
Derzeit befindet sich das Projekt in der Raumverträglichkeitsprüfung (RVP). Die abschließende Entscheidung über den künftigen Trassenverlauf trifft die Bezirksregierung Düsseldorf.

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